
Anaphylaxie
Die Anaphylaxie ist eine schwere allergische Reaktion, die als Notfall behandelt wird. Diese Seite führt den EpiPen als Autoinjektor mit 300 Mikrogramm Adrenalin zur Notfallbehandlung einer schweren allergischen Reaktion bei Erwachsenen und Kindern ab 25 kg. Die Packung steht mit Wirkstoff und Packungsgröße im Sortiment.

Was Anaphylaxie ist
Anaphylaxie ist eine schwere allergische Reaktion, die sich wenige Sekunden bis Minuten nach einem Insektenstich oder einer anderen Allergenzufuhr entwickelt und mit einem Adrenalin-Autoinjektor wie EpiPen notfallmäßig behandelt wird. Die Reaktion setzt häufig noch vor einer Lokalreaktion an der Haut ein, sodass eine Hautrötung an der Einstichstelle fehlt. Die Gebrauchsinformation des EpiPen nennt als typische Alarmzeichen Kribbeln oder ähnliche Missempfindungen, ein Hitzegefühl auf und unter der Zunge und im Rachen sowie ein Hitzegefühl in den Handtellern und Fußsohlen.
Neben diesen Alarmzeichen treten generalisierter Juckreiz, Hautrötung und Nesselsucht auf. Weitere Zeichen sind Schwellungen der Lippen, Augenlider und der Mund- und Rachenschleimhaut, ein Engegefühl in der Brust und Atembeklemmung. Die Gebrauchsinformation nennt außerdem Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Schwächegefühl, Schwindelgefühl und Benommenheit, den unfreiwilligen Abgang von Harn und Stuhl, Todesangst und Bewusstlosigkeit.
Auslöser einer Anaphylaxie
Die Gebrauchsinformation des EpiPen nennt Insektenstiche oder -bisse, Nahrungsmittel, Arzneimittel und andere Allergene als Auslöser einer schweren allergischen Reaktion. Schwere anaphylaktische Reaktionen entstehen außerdem durch körperliche Anstrengung oder durch unbekannte Ursachen. Bei einer Nahrungsmittelallergie sind bereits geringe Mengen eines Allergens ausreichend, um eine schwere Reaktion hervorzurufen, deshalb prüft der Betroffene die Inhaltsstoffe von allem, was er zu sich nimmt, einschließlich Arzneimitteln.
Bei einer Bienengiftallergie bleibt der Stachel der Honigbiene samt Giftapparat in der Haut stecken, während Wespe, Hornisse und Hummel ihren Stachel nach dem Stich zurückziehen. Der Bienenstachel wird mit einer Pinzette oder dem Fingernagel vorsichtig seitwärts aus der Stichstelle herausgekratzt, damit so wenig Bienengift wie möglich in die Wunde gelangt. Drücken oder Quetschen der Stichstelle ist zu vermeiden, weil dadurch mehr Gift in den Körper gelangt.
Eine bestehende Allergie gegen eine bestimmte Substanz geht mit Allergien gegenüber verwandten Substanzen einher. Wer unter Asthma leidet, trägt ein erhöhtes Risiko für eine schwere allergische Reaktion. Der Arzt bestimmt mit dem Patienten die auslösenden Substanzen, damit der Kontakt künftig vermieden wird.
Wie ein Adrenalin-Autoinjektor wirkt
EpiPen ist ein Autoinjektor, der bei Aktivierung eine Einmaldosis von 0,3 ml Injektionslösung mit 300 Mikrogramm Epinephrin (Adrenalin) automatisch abgibt. Die Injektion erfolgt intramuskulär in die Außenseite des Oberschenkels. Die durch die Mechanik des Autoinjektors vorgegebene Dosis wird durch ein schnelles und kräftiges Aufdrücken des orangefarbenen Endes auf den Oberschenkel sofort injiziert.
Die Wahl des Oberschenkels als Injektionsort vermindert die Gefahr einer versehentlichen Injektion in die Blutgefäße. Eine intravasale Injektion ist zu vermeiden. EpiPen wird nicht ins Gesäß und nicht in Hände oder Füße injiziert, weil nach einer versehentlichen Injektion in Hände oder Füße Durchblutungsstörungen berichtet wurden.
Ein EpiPen Autoinjektor enthält 2 ml Injektionslösung, von denen bei einer Injektion nur 0,3 ml verabreicht werden. Die restliche Menge verbleibt im Autoinjektor. Der Autoinjektor ist für eine einzige Injektion bestimmt und wird danach nicht wiederverwendet.
Wer einen Adrenalin-Autoinjektor braucht
EpiPen ist für Patienten mit erhöhtem Anaphylaxie-Risiko vorgesehen, einschließlich Patienten, bei denen bereits früher eine anaphylaktische Reaktion aufgetreten ist. Das Arzneimittel ist für Erwachsene und Kinder ab 25 kg Körpergewicht bestimmt. Die empfohlene Dosis für die allergische Notfallbehandlung beträgt 300 Mikrogramm Epinephrin (Adrenalin), entsprechend 0,3 ml Injektionslösung.
EpiPen stellt eine Notfallmaßnahme dar und ersetzt nicht die anschließende ärztliche Versorgung. Nach einer Injektion sucht der Betroffene einen Arzt auf, damit die weitere Therapie eingeleitet wird. Der Arzt bespricht mit dem Patienten die Symptome des anaphylaktischen Schocks und den Gebrauch des Autoinjektors, damit der Patient sich Epinephrin selbst injizieren oder sich von einer Begleitperson injizieren lassen kann, wenn keine sofortige ärztliche Hilfe erreichbar ist. Familienmitglieder, Pflegepersonal und Lehrer werden über den korrekten Gebrauch informiert.
Anwendung im Notfall
Nach Entfernung der blauen Sicherheitskappe ist der Autoinjektor entsichert, und die Injektionsnadel tritt durch Druck aus der orangefarbenen Plastikspitze heraus. Der Autoinjektor wird im rechten Winkel von 90 Grad zum Oberschenkel gehalten und mit einer schnellen Bewegung kräftig gegen die Außenseite des Oberschenkels gedrückt, bis die Nadel hörbar auslöst. EpiPen wird mindestens 3 Sekunden in dieser Stellung festgehalten, danach ist die Injektion vollständig erfolgt und das Sichtfenster verdunkelt. Im Notfall wird durch die Hose hindurch injiziert.
Manchmal reicht eine Einzeldosis Epinephrin nicht aus, um die Symptome vollständig aufzuheben. Der Arzt verschreibt deshalb mehr als einen EpiPen. Wenn sich die Beschwerden nicht verbessern oder sich innerhalb von 5 bis 15 Minuten nach der ersten Injektion verschlechtern, wendet der Betroffene oder die Begleitperson eine zweite Injektion an. Bei einer zu geringen Menge ist nach 15 Minuten eine zweite Injektion mit einem neuen Autoinjektor vorgesehen.
Nach der Anwendung begibt sich der Betroffene sofort in ärztliche Behandlung und nimmt den gebrauchten EpiPen mit. Die Notrufnummer 112 wird gewählt, und das Stichwort Anaphylaxie wird genannt, auch wenn eine Verbesserung eingetreten ist. Im Krankenhaus wird der Betroffene überwacht, weil die allergische Reaktion einige Zeit später erneut auftreten kann. Während der Wartezeit liegt der Betroffene flach mit hochgelagerten Füßen, es sei denn, es bestehen Atemschwierigkeiten; in diesem Fall setzt er sich hin. Eine Begleitperson bleibt bis zum Eintreffen des Rettungswagens anwesend. Bewusstlose Patienten werden in die stabile Seitenlage gebracht.
Die Gewichtsgrenze von 25 kg
Kinder und Erwachsene mit einem Körpergewicht unter 25 kg werden nicht mit EpiPen behandelt. Für diese Patientengruppe von 7,5 bis 25 kg Körpergewicht steht EpiPen Junior mit 150 Mikrogramm Epinephrin (Adrenalin) pro Einmaldosis zur Verfügung, der ebenfalls direkt vom Arzt verordnet wird. Bei Kindern mit einem geringeren Körpergewicht als 25 kg kommt es bei einer Anwendung von EpiPen zu einer Überdosierung. Mögliche Anzeichen einer Überdosierung sind Blutungen im Gehirn und Herzrhythmusstörungen, hervorgerufen durch den starken Blutdruckanstieg. Herzmuskelschäden, Wasseransammlung in der Lunge und Nierenfunktionsstörungen sind die Folge.
Während der allergischen Notfallbehandlung sind keine absoluten Gegenanzeigen bei Verwendung des EpiPen bekannt. Bei einer versehentlichen Injektion in Finger, Zehen, Hände oder Füße sucht der Betroffene sofort einen Arzt auf, der über das weitere Vorgehen entscheidet.
Vorsichtsmaßnahmen bei erhöhtem Risiko
Besondere Vorsicht bei der Anwendung von EpiPen ist bei Herzerkrankungen und Bluthochdruck, bei Diabetes mellitus, bei einer Schilddrüsenüberfunktion, bei zu hohen Kalziumwerten oder zu niedrigen Kaliumwerten im Blut, bei einem Tumor der Nebenniere (Phäochromozytom), bei erhöhtem Augeninnendruck (Glaukom), bei einer schweren Nierenerkrankung und bei einem gutartigen Tumor der Prostata mit Restharnbildung erforderlich. Auch bei älteren Patienten und bei Parkinson-Krankheit ist Vorsicht angezeigt, weil Epinephrin die typischen Symptome wie Muskelstarre und Zittern vorübergehend verschlechtern kann.
EpiPen darf während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden. Nach der Anwendung von EpiPen wird kein Fahrzeug geführt und keine Maschine bedient, weil der Betroffene unter Umständen noch unter den Symptomen der schweren allergischen Reaktion leidet. Die Injektionslösung enthält Natrium und Natriummetabisulfit; Natriummetabisulfit ruft selten schwere Überempfindlichkeitsreaktionen und eine Verkrampfung der Atemwege hervor.
Packung und Aufbewahrung
EpiPen ist als Injektionslösung mit 1 mg in einer Packung mit 1 Stück gelistet und verschreibungspflichtig. Der Autoinjektor ist gebrauchsfertig und wird sofort benutzt. Nach dem Gebrauch wird der Injektor durch einen neuen ersetzt. Bei Erreichen des Verfalldatums oder bei Verfärbung der Injektionslösung wird ebenfalls ein neuer EpiPen verordnet. Der gebrauchte Autoinjektor wird nicht demontiert, weil die Treibfeder bei der Anwendung nur teilentspannt wird.
Für Übungs- und Demonstrationszwecke ist ein EpiPen Trainer ohne Arzneimittelfüllung und ohne Injektionsnadel erhältlich. Der Trainer und der echte Autoinjektor werden nicht zusammen aufbewahrt, um im Notfall eine Verwechslung zu vermeiden. Die blaue Sicherheitskappe wird nur für den Einsatz im Notfall gerade abgezogen, weil sie die Injektionsnadel vor unbeabsichtigter Auslösung schützt. Versehentlich entsicherte oder beschädigte Injektoren werden durch neue ersetzt.